DIE VEREINSGESCHICHTE

Eigentlich war von einer Vereinsgründung zu Beginn im Jahre 1978 überhaupt keine Rede. Friedel Sippel wurde von der örtlichen Volkshochschule angesprochen, ob er nicht Lust hätte, einen Kurs (10 Abende) über sein Hobby Modellbahn anzubieten. Die Resonanz beim Publikum reichte immerhin, den Kurs für ein Semester zustande kommen zu lassen. Natürlich sollte vor allem praktisch gearbeitet werden, so dass wir mit viel Elan - und wenig fundiertem Fachwissen - an die Arbeit gingen, aus mitgebrachtem Material ein größeres BW mit Schuppen und Scheibe (Spur N) zu bauen.

Die Anfänge: Eine N-Anlage entsteht im Rahmen eines VHS-Kurses

Recht schnell bildete sich ein harter Kern von Interessierten heraus, die bereits wenige Monate später, nach einer ersten öffentlichen Vorstellung der Arbeit im Januar 1979, den Verein der Eisenbahnfreunde Werl gründeten, da eine dauerhafte Arbeit im Rahmen der VHS nicht möglich war. Erfreulich schnell und problemlos konnte auch die Raumfrage gelöst werden, wir konnten 5 Räume der ehemaligen Bahnhofsvorsteherwohnung im Bahnhof Werl beziehen.

Der Einstig in die Spur H0: Eine provisorische Märklin-Anlage

Doch von einer Modellbahnanlage blieben erst einmal nur die Träume - nach 15 Jahren Leerstand waren die Räumlichkeiten in einem fürchterlichen Zustand. Die 8 Gründungsmitglieder betätigten sich monatelang als Bauarbeiter, bevor dann 1980 mit dem Bau einer ersten Anlage (H0) begonnen wurde. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt machten wir uns Gedanken über den Aufbau einer aktiven Jugendarbeit - ein Thema, das mit wechselnden Erfolgen bis heute aktuell ist. Im gleichen Jahr 1980 wurden wir beim Modellbahn-Dachverband BDEF unter der Nr. 208 Mitglied. Da wir der Öffentlichkeit noch keine betriebsfähige Modellbahnanlage bieten konnten, traten wir mit "Beratungstagen" für wissbegierige Eltern vor das örtliche Publikum. Die erste richtige Ausstellung im September 1981 überraschte uns doch sehr, mehr als 1000 Besucher interessierten sich für unser Hobby.

Der Bau unserer 2. H0-Anlage
Eine Raffinerie auf der 2. H0-Anlage
 
Neben dem erfreulichen Mitgliederzuwachs brachte uns auch der finanzielle Erfolg ein gutes Stück weiter, wenn auch der offenbar in vielen deutschen Vereinen grassierende "Spaltpilz" in diesem Jahr nicht folgenlos an uns vorbeiging (Vereinsmeierei war noch nie das, was die Mehrheit unserer Mitglieder wollte). Auch in den Folgejahren standen die "Tage der offenen Tür" jeweils im Spätherbst im Vordergrund der gemeinsamen Arbeit. Daneben führten die jährlichen Vereinsausflüge immer wieder zu attraktiven Zielen, die selbstverständlich irgendetwas mit Eisenbahn - meist mit dem großen Vorbild - zu tun hatten: Nürnberg, Neuenmarkt-Wirsberg, Mulhouse/Elsaß, Würzburg, Bruchhausen-Vilsen und seit 1990 mehrfach in die neuen Bundesländer und zum MIWULA nach Hamburg.

1986 tauchte der verstärkte Wunsch auf, auch den N-Bahnern in unserem Verein ein eigenes Betätigungsfeld zu eröffnen. Neu hinzugekommene Räume machten es möglich, eine zweite Clubanlage - dieses Mal in Spur N - zu planen. Auch die H0-Anlage wurde beträchtlich erweitert (Schattenbahnhof mit 24 Gleisen, insgesamt 15 m Länge über 3 Räume).


Die Anlage wird erweitert ...

Zum 10jährigen Bestehen 1989 erfuhr die Anlage einen nochmaligen Umbau - die Ansprüche, aber auch die Fähigkeiten der Mitglieder, hatten doch sichtbar zugenommen.
Zu Beginn des Jahres 1990 erreichte uns ein Brief einer uns völlig unbekannten DMV-AG der DDR aus Stollberg/Erzgebirge. Die kleine Gruppe aktiver Modellbahner hatte unsere Adresse mehr zufällig aus einem alten BDEF-Jahrbuch herausgesucht und suchte Kontakt zu einem westdeutschen Verein. Bereits im Mai 1990 konnten wir eine Reihe von Mitgliedern aus Stollberg in Werl begrüßen. Seitdem besteht ein regelmäßiger Kontakt mit unseren Freunden aus dem Erzgebirge - inzwischen als MEC Stollberg auch Mitglied im BDEF - der vor allem durch jährliche Besuche in Werl bzw. Stollberg sehr intensiv geworden ist. Besonders die Schmalspur- und Nebenbahnen im Erzgebirge begeisterten uns immer wieder bei unseren Besuchen.

Vereinsleben in den 80´ern

Ein Vereinsausflug 1994 zur Selketalbahn - Zweigstrecke der heutigen Harzer Schmalspurbahnen - reizte uns schließlich, eine weitere Clubanlage zu bauen, dieses Mal Spur H0m, nach dem konkreten Vorbild des Bahnhofs Stiege mit der einzigen - sehr modellbahnfreundlichen - Kehrschleife einer öffentlichen Eisenbahn in Europa. Aber auch die Fortentwicklung der Steuerungstechnik ging nicht spurlos an uns vorüber: Die inzwischen völlig neu gestaltete N-Anlage sollte eine digitale Steuerung erhalten. Wir entschieden uns für das System Gahler & Ringstmeier und haben damit viele positive Erfahrungen sammeln können.

Nach der Herbstausstellung 1997 gab es einen tiefen Einschnitt: Die inzwischen in die Jahre gekommene H0-Anlage verlangte nach einer kompletten Neuplanung. In nur knapp einem Jahr entstand der Rohbau einer neuen, nun modular aufgebauten Anlage.

Seit Mai 1999 kümmern wir uns auch um eine moderne und anschauliche Präsentation unserer Aktivitäten im Internet. Unter www.eisenbahnfreunde-werl.de haben inzwischen mehr als 20.000 "Besucher" die ständig aktualisierten Seiten betrachtet, besonders das dort begonnene Projekt einer Dokumentation der ehemaligen Ruhr-Lippe-Kleinbahnen, die auch einmal Werl mit den Nachbarorten Hamm, Soest und Arnsberg verband.

2004 klärte sich endgültig die Frage nach dauerhaften Räumlichkeiten, da das nahezu baufällige Empfangsgebäude des Bf Werl in städtisches Eigentum überging und grundlegend saniert wurde. Wir konnten uns das Dachgeschoss mit 300m2 Fläche über einen langfristigen Vertrag sichern, mussten jedoch den gesamten Innenausbau in Eigenleistung vollbringen.
Mehr über die Entwicklung dieses Clubabschnittes siehe in unserem Bereichen Umbau

Seit September 2005 sind die Vereinsräume fertig, der Anlagenbau und damit unser Hobby konnte endlich wieder aufgenommen werden. Im etwa 200m2 großen Anlagensaal entstanden seit 2006 drei eigenständige Modellbahnanlagen:

- H0 - Anlage nach regionalen Motiven der Epoche 4 / 5 (Thema Hauptbahn, Steinkohlenzeche)
- H0 / H0m / H0e - Anlage nach regionalen Motiven der Epoche 3 (Thema Nebenbahn)
- N - Anlage nach Motiven der Epoche 4

Derzeit arbeiten mehr als 40 Mitglieder an der weiteren technischen und landschaftlichen Ausgestaltung der Anlagen. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden traditionell immer am letzten Wochende vor dem 1. Advent (Totensonntag) unter dem Motto "Werler Modellbahntage" der Öffentlichkeit präsentiert.

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